
Mobilität statt Verkehr
Das verkehrspolitische Leitbild der bündnisgrünen Fraktion ist eine umweltverträgliche Mobilität für alle Gesellschaftsgruppen. Grundansatz ist, die übliche Gleichsetzung zwischen "Verkehr" - gedacht als Autoverkehr und "Mobilität" - gedacht als umweltverträgliche und günstige Erreichbarkeit der verschiedenen Lebensorte aller Menschen aufzubrechen. Die herrschende Verkehrspolitik setzt einseitig auf die Schaffung günstiger Auto- und Flugverkehrsanbindungen für Investoren und finanziell gutgestellte Arbeitsplatzbesitzer und vergisst tendenziell die Mobilitätsbedürfnisse von Kindern, Alten oder Arbeitslosen.
weitere Informationen:
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zum jährlichen Bedarf für den Erhalt des sächsischen Straßennetzes am 16. April 2008
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zur Wiedereinführung der vollen Pendlerpauschale am 16. April 2008
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zur (Teil-) Privatisierung der Deutschen Bahn am 27. September 2007
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zur Umweltrelevanz des Verkehrssektors am 7. Juni 2007
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zu Fahrpreiserhöhungen bei der Deutschen Bahn AG am 17. November 2006
- Redebeitrag des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi zu mehr Verkehr auf der Schiene am 19. Juli 2006
Mobil in Sachsen – Grüne wollen Regionalverkehr verbessern
Einst war Sachsen nicht nur ein Auto- sondern auch ein Eisenbahnland. Hier wurde die erste deutsche Fernlinie eröffnet und das dichteste Schienennetz Deutschlands aufgebaut. Heute steht der öffentliche Nah- und Regionalverkehr im Freistaat vor stillgelegten Strecken und ausgedünnten Verbindungen. Die Deutsche Bahn plant ihre Projekte an Sachsen vorbei.
Welche Maßnahmen sind nun auf landespolitischer Ebene notwendig, um in Sachsen die Bahn wieder attraktiver zu gestalten? Wie kann die Mobilität im ländlichen Raum trotz demographischen Wandels aufrechterhalten werden? Und wie lassen sich die Klimaschutzziele im Verkehrssektor umsetzen?
Die GRÜNE–Fraktion beauftragte im Januar 2008 das Planungsbüro „Stadtlabor“ aus Leipzig mit der Erstellung einer Expertise „Perspektiven einer Integrierten Eisenbahnstrategie für Sachsen“. Hintergrund des Engagements war das Ziel, die Mobilität aller sächsischen Bürgerinnen und Bürger auch ohne Auto zu gewährleisten - gerade im ländlichen Raum - und die Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs als umwelt- und klimafreundlichstes Verkehrsmittel.
Im ersten Teil der Studie werden die Stärken und Schwächen der bestehenden Angebotsstruktur des Freistaates Sachsen analysiert und für den Modellraum Ostsachsen konkrete Handlungskonzepte in drei Szenarien entworfen.
Im sogenannten Effizienzszenario machen die Planer Vorschläge, wie die Fahrgastzahlen mit dem gleichen Finanzrahmen verdoppelt werden können. Grundpfeiler ist die attraktive Gestaltung des Nahverkehrs, zum Beispiel durch Abstimmung aller Verkehrsträger vom ICE bis zum Anrufsammeltaxi oder verständliche und günstige Tarife. Als konkrete Projekte werden die Einführung eines Busses im Stundentakt von Bautzen nach Hoyerswerda oder eines Dreiländer-Expresses, dem Elbe-Neiße-Sprinter, von Decin über Dolni Poustevna empfohlen. Ein Wroclaw-Dresden-Express mit einer Fahrzeit von zweieinhalb Stunden würde Görlitz zu einem Bahnknotenpunkt an der Neisse werden lassen. Angefangen werden kann mit der Angebotsausweitung sofort.
Eine Vervierfachung der Fahrgastzahlen für ein klimapolitisches Optimalszenario wäre dagegen nur durch den massiven Ausbau der Angebote und einen entsprechenden Finanzmitteleinsatz zu erreichen. Darum erstmal Stück für Stück: Fahrgastzahlen verdoppeln - als umsetzbares Ziel für den Klimaschutz und eine attraktive Bahnkultur.
Kontakt

Eva Jähnigen
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Die GRÜNE-Fraktion legt ein neues Konzept für ein vernetztes, vertaktetes sowie kundenfreundliches Bahn- und Bussystem vor. Wir setzen auf die sachsenweite Einführung eines mindest einstündigen integrierten Taktfahrplans. Der SACHSENTAKT 21 vernetzt Fern- und Regionalverkehr, ein abgestimmtes Bussystem und alternative Bedienformen wie Bürgerbusse oder Anrufsammeltaxis.


