Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualitätsoffensive für den Bahnverkehr in Sachsen
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Dem Lärm auf der Spur!

Schon lang ist erwiesen: Lärm macht krank. Er hat Einfluss auf die Erholung, die Konzentrationsfähigkeit und den Krankenstand von Menschen. Bei 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht steigt das Herzinfarktrisiko bei Männern bereits um 30%. An vielen sächsischen Hauptstraßen werden diese Pegel aber locker überschritten.
Das diesjährige Motto des „Internationalen Tag gegen Lärm“ am 27.April 2011 lautet: „Lärm trennt“.
In den letzten Jahrzehnten hat die Belastung der Bevölkerung durch Lärm erheblich zugenommen. In Deutschland sind nach Berechnungen des Umweltbundesamtes rund 13 Millionen Menschen mit Geräuschpegeln belastet, die deutliche lärmbedingte Gesundheitsrisiken und zunehmende Schlafstörungen verursachen.
Mit der Verabschiedung der Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm setzt die Europäische Union neue Akzente im Lärmschutz. Diese Richtlinie verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern.

Die Umgebungslärmrichtlinie schreibt vor, dass die Geräuschbelastung in Ballungsräumen, an Hauptverkehrsstraßen, an Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen in Lärmkarten zu dokumentieren ist.

In Stufe 2 wird die Untersuchung auf Ballungsräume ab 100.000 Einwohnern, Hauptverkehrsstraßen ab 3 Millionen Kfz/Jahr und Haupteisenbahnstrecken ab 30.000 Zügen/Jahr ausgeweitet. Stichtag ist hier der 30. Juni 2012.

Im Anschluss an die Lärmkartierung sollen Lärmprobleme und Lärmauswirkungen durch Lärmaktionspläne angegangen werden. In diesen Lärmaktionsplänen sind geeignete Maßnahmen zur kurz-, mittel- und langfristigen Verminderung der Geräuschbelastung festzuschreiben.

Wie sieht die Situation in Sachsen aus?

Laut der Antwort auf unsere Kleine Anfrage, die den Stand der Lärmaktionsplanung in Sachsen ans Licht bringen sollte, haben bisher erst 20 der 91 betroffenen Kommunen Lärmaktionspläne erstellt bzw. eine Erstellung beschlossen.

Sowohl die Aufstellung der Lärmkarten als auch die Erarbeitung von Aktionsplänen soll theoretisch unter Information beziehungsweise Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen. Da dies aus unserer Sicht in völlig ungenügendem Maße der Fall ist, planen wir eine Reihe öffentlicher Lärmspaziergänge. Auftakt ist dabei am 27. April 2011, dem „Internationalen Tag gegen Lärm“, unsere Veranstaltung in Plauen.

Mit den Akustikern Marc Wiemers und Katrin Kusche, die das Projekt „Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Umgebungslärmrichtlinie“ der Grünen Liga e.V. koordinieren, wollen wir Spaziergänge in besonders verlärmten Stadtteilen anbieten und vor Ort die Lärmbelastung messen.

Ein besonderes Beispiel für die Beteiligung der Bürgerschaft an der Lärmaktionsplanung mag bundesweit das Modellprojekt des Leipziger ÖKOLÖWEN dienen. Mit Unterstützung des UBA wird ein Bürgergutachten erstellt, dessen Ergebnisse in die kommunale Lärmaktionsplanung einfließen sollen, auch zu diesem Projekt wird in Kürze web-basierte Beteiligungsangebote geben.
 

Termine

27. April, Plauen

02.Mai, Dresden
Presseecho

20. Mai, Chemnitz
Presseecho
Fernsehbericht

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