
Trauriges Jubiläum - Chemnitz seit fünf Jahren ohne Fernverkehr
Am 10.Dezember jährt sich zum fünften Mal der Tag, an dem der letzte durch die Deutsche Bahn AG eigenwirtschaftlich betriebene Fernverkehrszug die Sachsen-Franken-Magistrale bediente.
Zu diesem traurigen Jubiläum erklärt Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:
"Ohne ein Fernverkehrsangebot bleibt der Netzausbau der Bahn in den letzten Jahren Stückwerk. Die sächsische Regierung muss endlich konsequent Druck gegenüber Bahn und Bundesregierung ausüben und darf sich nicht immer mit schönen Worten abspeisen lassen."
"Die Ankündigung der Deutschen Bahn AG, zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2013 den stündlich verkehrenden Sachsen-Franken-Express einzustellen, verschlimmert die Situation weiter."
"Ich habe den Eindruck, die Staatsregierung lässt sich von der Deutschen Bahn AG wie ein Nasenbär durch die Manege führen. Wenn Tillichs Kabinett jetzt nicht reagiert, wird demnächst der gesamte Zugverkehr auf dieser Strecke von sächsischem Steuergeld bezahlt werden müssen."
Hintergrund:
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Die sogenannte Sachsen-Franken-Magistrale ist über ein Jahrhundert im Fernverkehr bedient wurden. Seit dem 10.12.2006 gibt es hier wie in der kompletten Region Westsachsen keinen Fernverkehr der Deutschen Bahn mehr.
Bisher müssen die Verkehrsverbünde nur für den Regionalexpress Bestellerentgelt entrichten. Der IRE wird noch eigenwirtschaftlich durch die DB AG gefahren. Dies war nach Abschaffung des eigentlichen Fernverkehrs als Ersatz vom Städtenetzwerk an der Strecke sowie den Freistaaten Bayern und Sachsen ausgehandelt worden. Die jetzt von der DB AG angedrohte Ausdünnung des RE/IRE auf einen Zweistunden-Takt in der Verbindung Zwickau-Dresden wäre insbesondere für die große Gruppe der Fernpendler (z. B. Dresden - Chemnitz) äußerst problematisch.
