
Sachsens Städte haben bei Fernverkehrsanbindung auf der Schiene die Schlusslaterne
Zu der heute veröffentlichen Studie der TU Dresden zur Eisenbahnanbindung der 80 größten deutschen Städte, erklärt der sächsische Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Bundestagsfraktion:
"Die Studie bestätigt unsere Kritik an der unzureichenden Erreichbarkeit sächsischer Großstädte im Fernverkehr auf der Schiene. Dresden und Chemnitz zählen zu den 15 deutschen Großstädten mit dem schlechtesten Eisenbahnfernverkehr. Sachsen darf hier nicht weiter die Schlusslaterne haben.
Anstatt über eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Dresden und Prag zu philosophieren, deren Finanzierung unabsehbar ist, sollte Verkehrsminister Morlok die Hausaufgaben im bestehenden Streckennetz zuerst erledigen. Und die sind umfassend genug: vollständige Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale und kompletter Ausbau zwischen Dresden und Berlin. Für beide Vorhaben ist die Finanzierung nicht gesichert.
Wenn Sachsen künftig besser auf der Schiene erreichbar sein soll, dann muss die Staatsregierung jetzt die Pflöcke für den nächsten Bundesverkehrswegeplan einschlagen. Aus unserer Sicht geht es auch in Zukunft vorrangig um einen Ausbau des vorhandenen Streckennetzes. Schlüsselprojekte, mit denen Sachsens Erreichbarkeit im Fernverkehr verbessert werden kann und die zudem dem Güterverkehr dienen, sind die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Gößnitz und Weimar sowie von Dresden über Görlitz bis ins polnische Wegliniec, womit die Verbindungen ins Ruhrgebiet, Rheinland und nach Polen durchgreifend verbessert werden können. Die Wirtschaft braucht den Fernverkehr. Wenn auch in Chemnitz nationale und internationale Kongresse stattfinden sollen, dann sind umsteigefreie Fernverkehrsverbindungen in die benachbarten Verdichtungsräume unabdingbar.
Der Netzausbau bei der Bahn bliebe Stückwerk, wenn nicht gleichzeitig das Angebot im Fernverkehr mit geplant wird. Hier ist der Bund in der Pflicht in allen Regionen ein attraktives Fernverkehrsangebot sicherzustellen. Wir setzen hier auf die Konzeption des Deutschlandtakts."

