
Radverkehr fördern statt bestrafen
Zu den Absichten von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), die Geldstrafen für Regelverstöße im Radverkehr drastisch zu erhöhen, erklärt Stephan Kühn MdB, Sprecher für Verkehrspolitik:
Offensichtlich hat der Bundesverkehrsminister nicht verstanden, wo die Probleme im Radverkehr wirklich liegen.
Häufig sind Radfahrer wegen der fehlenden oder mangelhaften Infrastruktur zu Regelverstößen gezwungen, wenn sie nicht Schaden an Leib und Leben nehmen wollen.
Dringlich für die Verbesserung des Radverkehrs sind weder höhere Strafen noch die sicherheitstechnische Aufrüstung der schwächeren Verkehrsteilnehmer durch Helme und Warnwesten sondern zur allererst die Schaffung eines besseren Verkehrsklimas und von attraktiven sicheren Radwegenetzen.
Die Zunahme von Regelverstößen im Straßenverkehr betrifft alle Verkehrsteilnehmer. Um dies zu korrigieren, brauchen wir häufigere und sinnvollere Kontrollen insbesondere an Punkten, die für Radfahrer und Fußgänger besonders gefährlich und oftmals tödlich sein können, wie beispielsweise an Kreuzungen.
Der Bund sollte seiner Vorbildrolle gerecht werden und die Grundlagen durch den Ausbau einer Radverkehrsinfrastruktur schaffen, die für alle gleichermaßen sicher ist. Statt die Bundesmittel für den Radverkehr wie in den letzten zwei Jahren um 40 Prozent zu kürzen, sollten diese dafür auf mindestens 100 Mio. Euro jährlich aufgestockt werden.
Wir brauchen keine Anti-Radfahrstimmung im Lande sondern eine Aufbruchsstimmung für mehr Radverkehr und gegenseitige Rücksichtnahme auf unseren Straßen!

