Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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26. Februar 2013

Jedes Auto erzeugt jährlich 1.600 Euro ungedeckte Kosten in der EU


Eine gestern in Berlin vorgestellte Studie des Verkehrswissenschaftlers Prof. Dr. Udo Becker (Technische Universität Dresden) zeigt, dass der Autoverkehr in der EU in hohem Maße Kosten verursacht, die sich in den Marktpreisen nicht widerspiegeln ("externe Kosten"). 

Autos sind ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Neben ihrem offensichtlichen Nutzen, verursachen sie allerdings auch hohe Ausgaben. Neben Versicherung, Sprit und Anschaffung, entstehen auch versteckte Kosten. Eine Studie im Auftrag der Grünen im Europaparlament ermittelt die tatsächlichen Kosten der Autonutzung in Europa und wer diese Kosten derzeit trägt. Die Autoren der Studie, Prof. Udo Becker et al, von der TU Dresden ermittelten, dass die ungedeckten Kosten vor allem durch Unfälle, Lärm, Luftverschmutzung und den Ausstoß von Klimagasen entstehen.

Becker errechnete, dass jedes Auto in der EU durchschnittlich 1600 Euro jährlich an ungedeckten Kosten verursacht. Das summiert sich allein in Deutschland auf 88 Milliarden Euro. Besonders Unfälle (41 Prozent) und Klimaschäden (37 Prozent) schlagen dabei zu Buche. Deutschland liegt mit 2100 Euro pro Pkw im Spitzentrio der EU.

Diese Kosten müssen von allen Bürgern, anderen Regionen oder zukünftigen Generationen getragen werden. Kfz- und Mineralölsteuer können bei weitem nicht die Kosten ausgleichen, die durch den Autoverkehr verursacht werden. Diese - vorsichtig kalkulierten - Ergebnisse senden ein klares Signal an die Politik:

Die externen Kosten müssen in den aktuellen Diskussionen um Nutzen und Kosten von Verkehrsinfrastruktur endlich berücksichtigt werden.

Nur dann können auf Basis der Marktpreise rationale und nachhaltige Entscheidungen getroffen werden. Die EU hat die 'Internalisierung der externen Kosten' als offizielles Ziel ausgegeben und mit großen Mehrheit in Parlament und Rat bestätigt. Nun müssen konkrete Schritte folgen.

Davon würde alle profitieren: Wir können einen großen Teil der Kosten des Autoverkehrs vermeiden, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten. Dafür müssen die Preise die richtigen Signale setzen. Wir Grünen sind überzeugt, dass wir bezahlbare Mobilität sichern und zugleich das Klima schützen können."

Die gesamte Studie sowie eine Zusammenfassung finden Sie hier.

Die Aufzeichnung der Konferenz in Brüssel "A fair deal for cars", bei der die Studie vorgestellt und diskutiert wurde, ist hier verfügbar.


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