
Gigaliner: Morlok leistet Verkehrsverlagerung auf Straße Vorschub - Schiene hat in Sachsen noch genügend Kapazitäten
Zum bevorstehenden Testbeginn so genannter Lang-Lkw in Sachsen erklärt der sächsische Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Bundestagsfraktion:
"Verkehrsminister Morlok will offenbar mit Scheinargumenten und haltlosen Behauptungen die wahren Gründe für die Beteiligung des Freistaats am Test der Gigaliner verschleiern. Das neueste von Morlok vorgebrachte Argument zeigt die ganze Einseitigkeit der sächsischen Verkehrspolitik. Im Schienenbereich, so Morlok, gäbe es gar keine freien Kapazitäten. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch und entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Richtig dagegen ist, dass es in Sachsen derzeit keine überlasteten Abschnitte im Hauptstreckennetz der Bahn gibt. Selbst auf relativ gut ausgelasteten Strecken wie der für den Schienengüterverkehr besonders wichtigen Verbindung durch das Elbtal gibt es noch freie Kapazitäten. Die Elbtalstrecke hat als zweigleisige Hauptstrecke eine Kapazität von 144 Zügen je Tag und Richtung, derzeit verkehren innerhalb von 24 Stunden 82 Züge je Richtung. Auch die sächsischen Rangierbahnhöfe in Leipzig-Engelsdorf und Dresden-Friedrichstadt haben freie Kapazitäten.
Infrastrukturelle Defizite gibt es auf der Verbindung Richtung Polen/Osteuropa. Der geplante Ausbau der "Niederschlesischen Gütermagistrale" über Hoyerswerda und Horka würde für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag der Schiene auch auf dieser Relation die notwendigen Kapazitäten für Verkehrsverlagerung von der Straße bringen. Verkehrsminister Morlok will mit dem Gigaliner jetzt offenbar den umgekehrten Weg gehen. Statt die Schiene dort wo notwendig auszubauen, soll Verkehr von der besonders energieeffizienten Schiene auf den Gigaliner verlagert werden. Denn genau das wäre der Effekt, wenn der Gigaliner bundesweit eingeführt würde. Verkehrs- und energiepolitisch steuert der Freistaat damit geradewegs in die Sackgasse."
