Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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9. Dezember 2014

Die Lößnitzgrundbahn ist barrierefrei!


Zwei Lifte helfen in die Wagen der Schmalspurbahn und auch wieder hinaus. „Das ist eine große Erleichterung sowohl für die Fahrgäste als auch das Personal“, sagte Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG)Die Lifte werden zukünftig an den beiden wichtigsten Bahnhöfen, Radebeul Ost und Moritzburg, stationiert.

Jährlich nutzen rund 100 Fahrgäste im Rollstuhl die historische Bahn zwischen Radebeul Ost und Radeburg. In die neuen Rollstuhllifte haben die SDG und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) rund 14.500 Euro investiert.

Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der Sächsischen Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kommentierte die neue barrierefreie Mobilität: "Barrierefreie Mobilität spielt im Gebiet des VVO und im gesamten Freistaat Sachsen eine wichtige Rolle. Ich freue mich sehr, dass die Schmalspurbahn im Lößnitzgrund nun barrierefrei zu erreichen ist - es wurde auch Zeit. Aber das, was nun bei dieser Schmalspurbahn Realität ist, ist bei vielen anderen Bahnhöfen und Haltestellen in zahlreichen Städten und Gemeinden in Sachsen noch immer nicht der Fall. Wir müssen hierbei nicht nur an unsere soziale Verantwortung gegenüber Menschen im Rollstuhl denken, sondern auch an die demographische Entwicklung im Freistaat, die dazu führt, dass immer mehr ältere Bürgerinnen und Bürger die Verkehrsmittel Bus und Bahn nutzen werden. Darüber hinaus müssen diese beiden Verkehrsträger auch familienfreundlich-barrierefrei sein, das bedeutet, dass auch junge Väter und Mütter mit ihren Kinderwägen problemlos überall ein-, um- und aussteigen können müssen. Menschen mit Behinderungen müssen ebenso alle öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei nutzen können. Und zu guter letzt sollten wir eine barrierefreie Mobilität im Hinblick auf den Tourismus fördern, denn viele Touristen reisen mit Fahrrädern, schwerem Gepäck oder eben auch mit Kindern an. Das Ziel der GRÜNEN ist es all diesen Menschen eine attraktive Mobilität mit Bus und Bahn im gesamten Freistaat zu ermöglichen. Dieses Ziel erreicht man nicht einfach so, sondern es wird Geld kosten. Die Staatsregierung muss die Verkehrszweckverbände und die Kommunen deswegen auch mit ausreichenden finanziellen Mitteln unterstützen, sonst lassen sich die Potentiale eines barrierefreien ÖPNV für den Freistaat Sachsen nicht nutzen. Daher fordere ich Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) auf, sich an sein in Stein gemeißeltes Wahlversprechen in den anstehenden Haushaltsverhandlungen zu erinnern, denn auch er und die SPD traten im August mit dem Versprechen an, mehr Geld in den Ausbau einer barrierefreien (Schienen-) Infrastruktur für die Menschen in Sachsen investieren zu wollen. Nun heißt es: Wort halten, Herr Dulig!"

 

Hintergründe:

Die Lößnitzgrundbahn ist nach der Porzellanmanufaktur Meißen die am häufigsten besuchte Sehenswürdigkeit im Landkreis. Im vergangenen Jahr fuhren 234.000 Gäste auf schmaler Spur von Radebeul nach Moritzburg und Radeburg.

Im Dezember beginnen im Sächsischen Landtag die Verhandlungen über den nächsten "Doppelhaushalt 2015/2016". Hierbei verhandeln die Fraktionen im Parlament darüber, wie, für was und an wen der Freistaat Sachsen seine Einnahmen in den nächsten zwei Jahren verteilt.

Antrag der GRÜNEN Fraktion: "öffentlichen Verkehr Sachsens auskömmlich finanzieren - Kürzungen zurücknehmen, rechtliche Grundlagen für den Eisenbahnverkehr stärken" (Drs. 6/443)


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