Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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15. Juli 2013

„Das Herzblut vieler Menschen hängt an der Bahn“


Der Landesverband Elbe-Saale des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist der größte Fahrgastverband Mitteldeutschlands: Angesichts der lautstarken Überlegungen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), die Bahn zwischen Döbeln und Meißen abbestellen zu wollen und durch Busverkehre zu ersetzen, ruft er eindringlich alle Fahrgäste und Bürger auf, sich zu engagieren.
„Die Bahnstrecke ist schon seit 145 Jahren eine wichtige Lebensader der Region. Das Herzblut vieler Menschen hängt an ihr, die Roßweiner und Nossener nutzen sie auf dem Weg zur Arbeit, die Großstädter fahren mit ihr in der Freizeit, wenn sie z.B. das Kloster Altzella besuchen oder Radtouren entlang der Mulde unternehmen“, so VCD-Sprecher Lutz Dressler.
Der Fahrgastverband gibt sich zuversichtlich, dass die Abbestellung des Personenverkehrs auf der Bahn doch noch abgewendet und die Nachfrage durch ein ordentliches Fahrplanangebot mit Verknüpfungen auch zum Bus verbessert werden kann - das sei allerdings nur mit großen Kraftanstrengungen aller Bahnfreunde zu schaffen: „Fordern Sie von Ihren Politikern in der Kommune, im Landkreis und von Ihrem Wahlkreisabgeordneten im Landtag mehr Einsatz für die Bahn ein! Schreiben Sie Ihre Meinung an den VVO, verfassen Sie Leserbriefe an die Zeitungen, laden Sie Freunde und Bekannte ein, bei ihrem nächsten Besuch mit der Bahn zu kommen!“
Einem möglichen Verkauf der Strecke an die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) sieht Verbandssprecher Dressler kritisch entgegen: „Das wäre eine Katastrophe - die DRE hat auf all ihren derzeit betriebenen Strecken einen höheren Trassenpreis als die DB Netz AG bei gleichzeitig niedrigerem technischen Stand - vor allem mit niedrigeren Geschwindigkeiten. Ich befürchte, Döbeln - Meißen würde dann nur noch ein paar Jahre auf Verschleiß gefahren.“
Insbesondere zwischen Nossen und Meißen ist die Strecke schon heute in keinem guten Zustand. Dort darf grundsätzlich nicht schneller als 70 km/h gefahren werden. Der VCD hat berechnen lassen, dass die Regionalbahn zwischen Borsdorf und Meißen gerade auf dem stilllegungsgefährdeten Abschnitt 20 Minuten schneller sein könnte, wenn die Mängel behoben werden würden (siehe Tabelle).
Inzwischen hat der VCD auch eine Facebookseite „Für den Erhalt der Bahn zwischen Döbeln und Meißen“ gestartet, die auch von nicht bei Facebook angemeldeten Personen angesehen werden kann.
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Hintergrund:
- Tabelle mit möglichen Reisezeiten

Nachtrag 12.08.2013 Richtigstellung zur Pressemitteilung "VCD für den Erhalt der Bahnstrecke Döbeln-Meißen" vom 15. Juli 2013

Leipzig, 12. August 2013. In einer Presseerklärung vom 15.07.2013 hat sich
der VCD-Landesverband Elbe-Saale kritisch mit einer vom Verkehrsverbund
Oberelbe (VVO) angedachten Abbestellung der Bahnstrecke Döbeln-Meißen,
beziehungsweise deren Verkauf an die Deutsche Regionalbahn GmbH (DRE)
auseinandergesetzt und einen Erhalt der Strecke gefordert. Dabei wurde der
Landesverbandssprecher wie folgt zitiert: "Das wäre eine Katastrophe - die
DRE hat auf all ihren derzeit betriebenen Strecken einen höheren
Trassenpreis als die DB Netz AG bei gleichzeitig niedrigerem technischen
Stand - vor allem mit niedrigeren Geschwindigkeiten.
Ich befürchte, Döbeln-Meißen wird dann nur noch ein paar Jahre auf
Verschleiß gefahren."

Diese Aussage zum Trassenpreis wird wie folgt richtig gestellt: Es trifft
nicht zu, dass die DRE auf all ihren derzeit betriebenen Strecken einen
höheren Trassenpreis als die DB Netz AG hat. Richtig ist vielmehr, dass die
DRE auf 16 ihrer 19 betriebenen Strecken einen höheren Trassenpreis hat als
die DB Netz AG; auf drei der 19 Strecken liegt der Trassenpreis unter dem
der DB Netz AG.

Noch einmal betont der VCD Landesverband Elbe-Saale, dass er mit seiner
Pressemitteilung vom 15.07.2013 vor allem herausstellen wollte, dass die
Bahnstrecke Döbeln-Meißen durch eine Verbesserung des Fahrplankonzepts in
der derzeitigen Form erhalten werden kann. Insbesondere kann deren Nutzen
und die Nachfrage durch eine Verknüpfung mit regionalen Busangeboten
gesteigert werden.


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