Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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2. Dezember 2014

Bundesländerindex Mobilität: Sachsen nur auf Platz 11


Berlin und Thüringen sind Spitzenreiter beim Thema nachhaltige Mobilität. Das ist das Ergebnis eines Ländervergleichs, den die Allianz pro Schiene am Dienstag in Berlin vorstellte. Der wissenschaftlich begleitete Bundesländerindex Mobilität, der 2014 zum dritten Mal in Folge erscheint, vergleicht die Mobilität aller 16 Bundesländer, indem er Statistik und Verkehrspolitik vergleichbar aufbereitet. Acht Themen fließen in das Gesamtergebnis ein: Beschäftigung im öffentlichen Verkehr, Flächenschonung, Klimaschutz, Lärmvermeidung, Luftqualität, Sicherheit im Straßenverkehr, Sicherheit im öffentlichen Verkehr und Wertschöpfung. Das Bundesland Berlin hat sich 2014 an die Spitze des Ländervergleichs gesetzt. Den zweiten Rang erreichte das Flächenland Thüringen gefolgt von Baden-Württemberg (3) und Nordrhein-Westfalen (4). Schlusslichter im Hinblick auf „nachhaltige Mobilität“ sind Bayern (15) und Hamburg (16).

 

Der Freistaat Sachsen hat die Weichen noch nicht auf nachhaltige Mobilität umgestellt. Obwohl es beim Verkehrslärm und dem Flächenverbrauch Lichtblicke gibt, überwiegt der Schatten. Der Straßenverkehr fordert weiterhin viele Opfer, und Sachsen ist eines der wenigen Bundesländer, deren CO2-Werte im Verkehr nicht nur nicht sinken, sondern signifikant steigen.

Die Hochs und Tiefs auf einen Blick

Spitzengruppe bei Verkehrslärmvermeidung

Nur 1,6 Prozent der Sachsen sind tagsüber von Verkehrslärm betroffen, zwei Prozent leiden nachts darunter. Das sind im Ländervergleich gute Werte. Im Landesverkehrsplan Sachsen 2025 hat sich die Landesregierung außerdem vorgenommen, die Verkehrslärmbelastung weiter zu mindern.

Sparsam bei der Verkehrsfläche

Mit 190 Quadratmetern Verkehrsfläche pro Einwohner belegt Sachsen einen Platz im Mittelfeld der Länder. Löblich ist, dass sich das Land ein konkretes Flächensparziel gesetzt hat. Bis 2020 soll die Flächenneuinanspruchnahme auf unter zwei Hektar pro Tag reduziert werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt allerdings weniger. 1,5 Hektar pro Tag dürfte Sachsen 2020 „verbrauchen“, damit Deutschland insgesamt sein Verbrauchsziel von 30 Hektar pro Tag erreicht. Etwas mehr Ehrgeiz wäre hier also angebracht.

Opferzahlen im Straßenverkehr hoch

Mit 934 Schwerverletzten und 47 Getöteten pro eine Million Einwohner erreicht Sachsen hohe Werte im Ländervergleich. Die Opferzahlen gehen zwar auch hier insgesamt zurück, aber viele andere Länder machen größere Fortschritte. Das Verkehrssicherheitsziel der Landesregierung sollte konkreter gefasst werden: „Die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsarten und Verkehrsteilnehmer im Freistaat Sachsen kontinuierlich zu verbessern“, ist selbstverständlich. Andere Länder haben hier klarere Vorstellungen, wo sie hinwollen.

Klimaschutz im Rückwärtsgang

Der Freistaat Sachsen gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs signifikant erhöht haben. 2006 waren es 1,6 Tonnen CO2 pro Einwohner, 2011 schon rund 1,9 Tonnen. In ihrem Energie und Klimaprogramm strebt die Landesregierung aber eine Verbesserung bis 2020 an. Bis dahin sollen die CO2-Emissionen des Nicht-Emissionshandelssektors um 25 Prozent gegenüber 2009 reduziert werden.

Verkehrspolitische Ziele der Landespolitik

Stärken: Konkretes Flächensparziel: Bis 2020 soll die Flächenneuinanspruchnahme auf unter 2 ha/Tag reduziert werden

Schwächen: 

  • Eines von nur zwei Bundesländern ohne  Tariftreuegesetz für den öffentlichen Verkehr 
  •  Verkehrssicherheitsziel sehr allgemein ohne konkrete Minderungsziele für Getötete und Schwerverletzte

 

Hier gelangen Sie zu dem kompletten Bericht über den Länderindex Mobilität 2014 der Allianz-pro-Schiene. (detaillierte Einschätzungen zum Freistaat Sachsen finden Sie auf Seite 21)

 

 


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