Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualitätsoffensive für den Bahnverkehr in Sachsen
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3. Februar 2012

Bericht zur Veranstaltung -Dresden: Für Bahnchef Grube nur Randlage?-


Knapp 50 Teilnehmende empfanden das Thema als provokant und relevant genug, um sich bei eisigen Temperaturen in der grünen Ecke einzufinden.

Matthias Oomen, der Pressesprecher vom Pro Bahn Bundesverband analysierte in seinem Eingangsstatement die Anbindung Dresdens an den Fernverkehr sehr schlecht. Er beklagte eine ständige Abnahme der Verbindungen und des Netzzustandes in den letzten 20 Jahren. Trotz Milliardenmitteln die zur Verfügung standen, sind wir weit weg vom Vorkriegsniveau. Die Reisezeit verlängert sich immer weiter und es werden somit für den gleichen Takt mehr Fahrzeuge benötigt die entweder nicht in Sachsen eingesetzt werden oder zu höheren Preisen führen.

Frank Hausmann vom Tourismusverband Dresden bemerkte dass z.B. Touristen die per Flugzeug in Frankfurt ankommen, Dresden, trotz seiner Sehenswürdigkeit, wegen der langsamen Anbindung weniger besuchen und andere Ziele vorziehen.

Stephan Kühn, der verkehrspolitische Sprecher der GRÜNEN Bundestagsfraktion führte die Probleme auf zwei wesentliche Punkte zurück:

Die Investitionsprioritäten sind falsch gesetzt, so verschwinden 75% der Investitionsmittel in Großprojekten wie z.B. Stuttgart 21 und ICE-Schnellstrecken ohne Flächenwirkung.

Zweitens setzt der Verkehrsminister den Schwerpunkt fast ausschließlich auf den Straßenbau – während er die Verantwortlichkeit für den Schienenverkehr an die Bahn abgegeben hat, ein Beispiel: 2012 wurde dem Verkehrsausbau 1 Milliarde mehr zugebilligt, während davon dem Straßenbau 600 Millionen gewidmet werden, wird in die Schienen lediglich 100 Millionen mehr investiert.Statt also den inländischen Netzausbau voranzutreiben ist die Bahn weltweit aktiv geworden, finanziert mit Steuergeldern. Um diesen Missbrauch zu verhindern ist es nötig ein Kapitalverschieben von einer Sparte der DB in andere gesetzlich zu unterbinden.

Immerhin, der jetzige Streckennetzplan sieht den dringend benötigten Ausbau der Verbindung von Dresden nach Polen, Franken und Berlin vor, im letzten 5-Jahresplan war davon nicht die Rede.Dieser lässt sich mit derzeit jährlich 1,2 Milliarden erst bis 2040 realisieren. Bis 2025 wäre mit 1,8 Milliarden möglich, Deutschland erhält die benötigten 600 Millionen Euro Dividende bereits von der Bahn, diese verschwinden allerdings im Bundeshaushalt. Um die Schienen komplett zu sanieren wären 5 Milliarden im Jahr nötig.

„Netz und Betreiber müssen getrennt werden, und zwar mit Chinesischen Mauern und nicht mit spanischen Wänden“!

Das Ziel welches sich am stärksten herausgebildet hat ist die Trennung von Netz und Betreiber um es einerseits Privaten Firmen, welche häufig eine höhere Kundenzufriedenheit genießen, im Personen- und Logistikbereich zu ermöglichen stärker in den Schienenverkehr einzusteigen, So wird für einen Preisausgleich gesorgt und zweitens mehr Transparenz und Entmonopolisierung ermöglicht.Das zeigt sich darin dass der Güterverkehr mehr auf die Schiene verlagert werden will, doch die Gebühren an die Bahn sind zu hoch sodass jetztiger Güterverker über unsinnige aber billigere Umwege rollt.

Es fehlt die deutschlandweite und auch regionale Kommunikation zwischen den Einzelnen Interessengruppen, Landespolitik, Wirtschaft, Verbände und Bürger müssen eine stärkere Lobby bilden und den zuständigen Politikern auf die Finger schauen.

Wohl am meisten war der Deutschlandtaktfahrplan im Gespräch Ausgebaut müssten die Strecken so, dass eine Stunde Fahrzeit von Zentrum zu Zentrum möglich wird. Die Mittel verschwinden allerdings in Prestigeprojekten während an wichtigen Engpässen wie Hamburg, Bremen, Hannover kaum investiert wird und wichtige Verbindungen fehlen oder nicht ausgebaut werden, obwohl der finanzielle Rahmen überschaubar bliebe. Gleichzeitig mit dem Deutschlandtakt ist darauf zu achten, dass eine flächendeckende Versorgung mit zuverlässigen Anschlüssen bis vor die Haustür garantiert wird, dies wird mit Sachsentakt 21 möglich.


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