Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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3. Februar 2013

Aktuelle Entwicklungen des Öffentlichen Nahverkehrs rund um Herrnhut/ Ostsachen


Sehr geehrte Damen und Herren!

Zum neuen Verbundfahrplan unseres Verkehrsverbundes ZVON kann ich bisher folgende Feststellungen machen:

1. Die engagierten Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Bautzen  machen unter schwierigen Rahmenbedingungen ihr Bestes, stoßen aber schnell an finanzielle Grenzen.

2. Positiv ist festzuhalten: Bad Muskau wurde mit der Buslinie 250 deutlich besser mit der gesamten Oberlausitz über den Bahnhof Weißwasser und die Züge der ODEG verbunden. Das ist auch für Bürger im Altkreis Löbau-Zittau wichtig. Ebenso positiv ist die Einrichtung einer neuen Linie 147 zwischen Herrnhut und Görlitz über die Staatstraßen 144 und 128 und weiter über Friedersdorf und Kunnerwitz. Allerdings ist aus der Sicht eines erfahrenen Benutzers öffentlicher Verkehrsmittel nicht von Anfang an mit großen Fahrgastzahlen zu rechnen. Dazu muss dieses Angebot sich erst im Bewusstsein der Bürger einmal fest verankern - und das kann schon zwei Jahre  dauern.

Außerdem ist es nur für die Herrnhuter interessant, die zwischen 9.00 Uhr und 15.45 Uhr mit dem Angebot von vier Busfahrten pro Werktag etwas anfangen können. Bernstädtern stehen jedoch insgesamt sechs Fahrten dieser Buslinie zur Verfügung und können zwischen 7.40 und 18.00 Uhr in Görlitz sein.

Positiv ist das Engagement des ZVON für "öffentliche" Mobilität in der Euroregion Neiße mit den EuroNeisseTickets, den guten Zugverbindungen in der und in die Tschechische(n) Republik und den drei Zügen Dresden - Breslau (Wroclaw) mit Halt in Löbau.

3. Negativ sind die Folgen der Kürzung der Mittel des Freistaates für den öffentlichen regionalen Schienenverkehr. 100 % erhält er aus dem Bundeshaushalt nach den Eisenbahnregionalisierungsgesetzen von 1994, nur 72 % fließen davon an die fünf Zweckverbände des öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs in Sachsen:

Die an sich begrüßenswerten Angebote der alternativen Bedienformen, insbesondere dem Rufbus, bestehen nicht in den Abendstunden und müssen für die Wochenenden bis Freitag, 18.00 Uhr bestellt werden. Das machen nur einige wenige Bürger aus dem gesamten  Bedienungsgebiet der KVG pro Wochenende im Durchschnitt. Geld für eine Bereitstellung dieses Angebotes so, dass auch noch am Sonntagnachmittag Leistungen für den gleichen Tag eine Stunde vor Abfahrt bestellt werden können, ist nicht vorhanden. Es fehlt weiter an Geld, um Seifhennersdorf mit Sicherheit auch über 2014 hinaus an das Bahnnetz anzuschließen und das Drei-Länder-Projekt TRILEX zum dauerhaften Erfolg zu führen und an Geld, um unter anderem zwischen Zittau und Löbau über Herrnhut nach 19.00 Uhr Rufbusse anzubieten, die eine unkomplizierte Teilhabe am soziokulturellen Leben ermöglichen.

Weitere Defizite im Angebot der Buslinie 27 sind "Taktlücken" an Sonnabenden, Sonntagen und Feiertagen, dadurch auch unbefriedigende Verbindungen in das Zittauer Gebirge, sowie eine "Taktlücke" im ODEG -Fahrplan. Dort fehlt um 19.02 Uhr ein wichtiger Zug von Cottbus nach Zittau, der in Görlitz Anschluss an einen ODEG-Zug nach Bischofwerda ermöglicht, mit dem man von Sonntag bis Freitag, den letzten Bus nach Herrnhut in Löbau um 21.20 Uhr erreicht. Ganz unverständlich ist auch der generelle frühe Betriebsschluss an Sonnabenden im Busverkehr zu einer Zeit, wo mit PKW noch sehr viele Bürger der Region unterwegs sind.

Ihr Michael Cleve

02745 Herrnhut


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