Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualittsoffensive fr den Bahnverkehr in Sachsen
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4. Februar 2013

ADFC-Radtest – Mittelmäßiges Abschneiden sächsischer Städte ist hausgemacht


Bei der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bewerteten Radfahrer die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt. Am 01.02.2013 wurden die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Unter den 38 deutschen Großstädten über 200.000 Einwohner erreichten sächsische Städte nur mittlere Platzierungen (Leipzig Platz 10, Chemnitz Platz 20 und Dresden Platz 21). Bei den Städten unter 100.000 Einwohnern erreichte Eilenburg den 129. Platz, Görlitz den 139. Platz, Bautzen den 154. Platz und Zwickau sogar nur den vorletzten Platz von 252 Städten.

Bei der Radverkehrsförderung hinkt Sachsen anderen Bundesländern deutlich hinterher. Dem zuständigen Wirtschaftsminister Sven Morlok fehlt offensichtlich der politische Wille, endlich bessere Bedingungen für das Radfahren zu schaffen. Er lässt weder landesweite Zahlen über die Radnutzung der Sachsen erheben, noch setzt er dem Freistaat im Landesverkehrsplan verbindliche Ziele. Ein Konzept, um die vorhandenen Wachstumspotenziale des Radverkehrs zu nutzen, existiert nicht.

Bei der Radverkehrsförderung wäre mit wenig Geld und guten Planungskonzepten viel zu erreichen. So hat die GRÜNE Landtagsfraktion für die Jahre 2013 und 2014 beantragt, dass jährlich wenigstens 15 Mio. Euro zur Radverkehrsförderung zu Lasten des Straßenneubaus im Landeshaushalt bereitgestellt werden. Mittelfristig sollen nach unserer Überzeugung in Sachsen jährlich zehn Euro pro Kopf für den Fahrradverkehr investiert werden. Unter der CDU/FDP-Koalition ist der Anteil der Radverkehrsförderung im Landeshaushalt aber noch einmal deutlich gesunken.

Nur 452 Kilometer der Staatsstraßen (9,4 Prozent) und 606 Kilometer der Bundesstraßen (24,9 Prozent) in Sachsen sind mit Radverkehrsanlagen ausgestattet. Bei 7.212 Kilometern Bundes- und Staatsstraßen im gesamten Freistaat entspricht dies einer Quote von zusammen 14,6 Prozent. Zum Vergleich: Radlerinnen und Radler in Bayern können knapp 8.000 Kilometer Radwege entlang von Bundes- und Staatsstraßen nutzen. Das entspricht bei 19.900 Kilometer Staats- und Bundesstraßen dort einer Quote von 40 Prozent.

Im aktuellen Doppelhaushalt wurde beim Ausbau der Radverkehrsstruktur noch mal kräftig gespart. 2013 werden nur noch 87 Cent je Einwohner und Jahr dafür bereitstellen. Das ist weniger als ein Drittel so viel wie 2010, da waren es noch 2,77 Euro pro Einwohner und Jahr.

Zur Auswertung der Umfrage:

http://www.adfc.de/fahrradklima-test/ergebnisse/adfc-fahrradklimatest-2012---die-ergebnisse




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